Wann lohnt sich eine Photovoltaikanlage? Amortisation realistisch berechnen

Aktualisiert am 27.10.2026 4 Min. Lesezeit Von der WieHow – Home, Energy & Money Guides-Redaktion
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Kurz erklärt

Eine typische PV-Anlage mit 8–10 kWp kostet in Deutschland rund 1.300–1.800 € pro kWp und amortisiert sich meist nach 10–15 Jahren. Weil die Einspeisevergütung niedrig ist, zählt vor allem der Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den vollen Strompreis von rund 30–40 Cent.

Inhalt
  1. Die Formel in einem Satz
  2. Schritt 1: Was kostet die Anlage?
  3. Schritt 2: Wie viel Strom erzeugt die Anlage?
  4. Schritt 3: Eigenverbrauch – der wichtigste Hebel
  5. Schritt 4: Die Einspeisevergütung
  6. Rechenbeispiel
  7. Kosten, die Sie einplanen sollten
  8. Steuern: meist kein Aufwand mehr

Eine Photovoltaikanlage ist für viele Hausbesitzer die größte Einzelinvestition in die Energiewende. Ob sie sich rechnet, hängt weniger von der Technik ab als von drei Zahlen: was die Anlage kostet, wie viel Strom Sie selbst verbrauchen und was Ihr Strom künftig kostet.

Die Formel in einem Satz

Amortisationszeit = Anschaffungskosten ÷ jährliche Ersparnis. Die Ersparnis setzt sich aus zwei Teilen zusammen: dem selbst verbrauchten Strom, den Sie nicht mehr kaufen müssen, und der Vergütung für eingespeisten Strom.

Photovoltaik-Rechner: Wann lohnt sich die Solaranlage?Amortisation und Ersparnis Ihrer PV-AnlageZum Rechner →

Schritt 1: Was kostet die Anlage?

Für Anlagen auf Einfamilienhäusern liegen die Preise derzeit meist bei 1.300 bis 1.800 € pro kWp inklusive Montage. Eine 9-kWp-Anlage kostet also etwa 12.000 bis 16.000 €. Seit 2023 fällt für private Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden keine Mehrwertsteuer an (Nullsteuersatz) – das ist in Angeboten bereits berücksichtigt.

Ein Batteriespeicher kostet zusätzlich etwa 500–900 € pro kWh Speicherkapazität.

Tipp: Holen Sie mindestens drei Angebote ein und vergleichen Sie den Preis pro kWp sowie die verbauten Komponenten (Module, Wechselrichter, Speicher).

Schritt 2: Wie viel Strom erzeugt die Anlage?

In Deutschland liefert jedes installierte Kilowatt-Peak je nach Region und Ausrichtung etwa 850 bis 1.100 kWh pro Jahr. Süddeutschland liegt am oberen Ende, der Norden eher am unteren. Ost-West-Dächer erzeugen etwas weniger als reine Süddächer, verteilen den Ertrag aber besser über den Tag – gut für den Eigenverbrauch.

Schritt 3: Eigenverbrauch – der wichtigste Hebel

Ohne Speicher verbraucht ein Einfamilienhaushalt typischerweise 25–35 % des erzeugten Stroms selbst, mit Speicher 50–70 %. Wärmepumpe und E-Auto erhöhen den Anteil deutlich, wenn sie tagsüber laufen bzw. laden.

Selbst verbrauchtEingespeist
Wert pro kWhIhr Strompreis, z. B. 35 ctEinspeisevergütung, aktuell knapp 8 ct

Schritt 4: Die Einspeisevergütung

Für neue Anlagen bis 10 kWp mit Teileinspeisung gibt es nach dem EEG derzeit knapp 8 Cent pro kWh, garantiert für 20 Jahre. Der Satz sinkt halbjährlich leicht. Seit 2025 gilt zudem: Neue Anlagen erhalten bei negativen Börsenstrompreisen keine Vergütung, und ohne Smart Meter ist die Einspeiseleistung begrenzt. Das macht einen hohen Eigenverbrauch noch wichtiger.

Rechenbeispiel

Eine 9-kWp-Anlage kostet 14.000 € und erzeugt 8.550 kWh pro Jahr. Der Haushalt nutzt 35 % selbst (Strompreis 35 ct) und speist den Rest ein (7,9 ct):

  • Eigenverbrauch: 2.993 kWh × 0,35 € = 1.048 €
  • Einspeisung: 5.558 kWh × 0,079 € = 439 €
  • Ersparnis im ersten Jahr: rund 1.487 €

Ohne Preissteigerung wäre die Anlage nach etwa 9,4 Jahren abbezahlt. Bei 2 % jährlicher Strompreissteigerung sind es knapp 9 Jahre; über 25 Jahre bleibt ein deutlicher Überschuss.

Kosten, die Sie einplanen sollten

  • Wechselrichter-Tausch nach 12–15 Jahren: etwa 1.500–2.500 €.
  • Versicherung: Eine Photovoltaikversicherung oder Erweiterung der Wohngebäudeversicherung kostet meist 60–150 € pro Jahr.
  • Zählerkosten und eventuell Smart-Meter-Gebühren.

Steuern: meist kein Aufwand mehr

Seit 2022 sind Einnahmen aus Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern von der Einkommensteuer befreit. Eine Gewerbeanmeldung ist dafür in der Regel nicht nötig. Prüfen Sie im Zweifel mit Ihrem Steuerberater, ob Sonderfälle auf Sie zutreffen.

Fazit: Bei einem gut ausgerichteten Dach, einem Strompreis über 30 Cent und einem Eigenverbrauch von mindestens 30 % ist eine PV-Anlage in Deutschland fast immer wirtschaftlich. Rechnen Sie mit Ihrem konkreten Angebot nach, bevor Sie unterschreiben.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein Batteriespeicher?

Rein finanziell oft knapp. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber mehrere Tausend Euro. Er lohnt sich eher bei hohem Abendverbrauch, Wärmepumpe oder E-Auto.

Muss ich die Anlage anmelden?

Ja. Netzbetreiber und Marktstammdatenregister müssen informiert werden; das übernimmt meist der Installateur.

Wie lange hält eine PV-Anlage?

Module halten 25–30 Jahre und verlieren etwa 0,5 % Leistung pro Jahr. Der Wechselrichter muss meist einmal getauscht werden.

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