Zinseszins einfach erklärt – mit Rechenbeispielen

Aktualisiert am 27.10.2026 2 Min. Lesezeit Von der WieHow – Home, Energy & Money Guides-Redaktion
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Kurz erklärt

Beim Zinseszins werden Zinserträge wieder angelegt und selbst verzinst. Wer 200 € im Monat bei 5 % Rendite anlegt, hat nach 20 Jahren rund 82.000 € – eingezahlt hat er nur 48.000 €. Je früher Sie beginnen, desto stärker wirkt der Effekt.

Inhalt
  1. Zins und Zinseszins im Vergleich
  2. Früh anfangen schlägt viel einzahlen
  3. Die 72er-Regel
  4. Was den Zinseszins bremst
  5. Der Zinseszins wirkt auch gegen Sie

Der Zinseszins ist kein Finanztrick, sondern einfache Mathematik: Erträge, die im Depot oder auf dem Konto bleiben, bringen selbst wieder Erträge. Über kurze Zeiträume ist der Effekt klein, über Jahrzehnte wird er zum größten Teil Ihres Vermögens.

Zins und Zinseszins im Vergleich

Ohne Zinseszins bringen 10.000 € bei 4 % jedes Jahr 400 € – nach 20 Jahren also 8.000 € Zinsen. Werden die Zinsen jährlich wieder angelegt, wächst das Kapital auf etwa 21.900 €. Der Unterschied von rund 3.900 € entsteht allein durch die Zinsen auf die Zinsen.

Früh anfangen schlägt viel einzahlen

SparerMonatlichDauerEingezahltEndkapital (5 %)
Beginnt mit 25150 €42 Jahre75.600 €ca. 257.000 €
Beginnt mit 35150 €32 Jahre57.600 €ca. 142.000 €
Beginnt mit 45300 €22 Jahre79.200 €ca. 144.000 €

Wer mit 25 startet, zahlt weniger ein als der späte Sparer mit doppelter Rate – und hat am Ende fast doppelt so viel.

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Die 72er-Regel

Teilen Sie 72 durch die Rendite in Prozent, und Sie erhalten ungefähr die Jahre bis zur Verdopplung: bei 3 % etwa 24 Jahre, bei 6 % etwa 12, bei 8 % etwa 9.

Was den Zinseszins bremst

  • Kosten: Ein aktiver Fonds mit 1,5 % laufenden Kosten kostet über 30 Jahre leicht ein Viertel des Endvermögens. Breit gestreute ETFs liegen oft bei 0,1–0,3 %.
  • Steuern: Kapitalerträge über dem Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person unterliegen der Abgeltungsteuer. Thesaurierende ETFs schieben einen Teil der Steuer auf, die Vorabpauschale wird aber jährlich fällig.
  • Inflation: 5 % Rendite bei 2,5 % Inflation sind real nur rund 2,5 %.
  • Entnahmen: Wer zwischendurch Geld abzieht, unterbricht den Effekt.
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Der Zinseszins wirkt auch gegen Sie

Bei Schulden funktioniert derselbe Mechanismus umgekehrt. Ein Dispo mit 12 % Zinsen verdoppelt eine offene Summe in rund sechs Jahren, wenn nichts zurückgezahlt wird. Schulden abbauen ist deshalb oft die beste Rendite.

Häufige Fragen

Welche Rendite ist realistisch?

Tagesgeld bringt den aktuellen Zinssatz. Weltweit gestreute Aktien-ETFs haben historisch rund 6–8 % pro Jahr erzielt, mit starken Schwankungen und ohne Garantie für die Zukunft.

Wie oft werden Zinsen gutgeschrieben?

Bei Tagesgeld meist monatlich oder quartalsweise. Für langfristige Planungen ist die Häufigkeit weniger wichtig als Zinssatz und Laufzeit.

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